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PolitikUkraine

Ukraine: Bundeswehr übergibt 10.000 Artilleriegranaten

Anna Savchuk | Nikita Jolkver
27. März 2024

Als Teil eines langfristigen Plans für Munitionslieferungen an die Ukraine übergibt Deutschland Artilleriemunition, sagt Bundeswehr-General Christian Freuding im DW-Interview. Deutlich mehr wird folgen.

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Munition in einer Artilleriestellung Anfang nahe Bachmut in der Ukraine (März 2023)
An der Front in der Ostukraine brauchen ukrainische Soldaten dringend mehr Munition. Nach eigenen Angaben benötigt ein Artillerist täglich mindestens 100 Granaten, um normal arbeiten zu können. Momentan haben sie lediglich etwa 20 verfügbar. Bild: Narciso Contreras/AA/picture alliance

Die Bundeswehr wird in den kommenden Tagen 10.000 Artilleriegeschosse aus eigenen Beständen an die Ukraine übergeben. Dies  sagte Generalmajor Christian Freuding der DW. Die Übergabe sei Teil des dreistufigen Plans für Munitionslieferungen, so Freuding, der seit dem russischen Angriffskrieg den Sonderstab Ukraine in der Bundeswehr leitet.

Munitionslieferung in drei Stufen

Der ukrainische Bedarf an Artilleriemunition wird seinen Worten nach in drei Stufen bedient. Nach der ersten, dringenden Phase wird mittelfristig die tschechische Munitionsinitiative unterstützt. "Da werden wir 180.000 Schuss übernehmen, die geplant ab dem Frühsommer bis zum Ende des Jahres ausgeliefert werden", so der General. Und auf "lange Strecke" habe Deutschland zusätzlich zu der tschechischen Initiative einen bilateralen Vertrag abgeschlossen, der die Lieferung von noch einmal 100.000 Artilleriegeschossen ab dem vierten Quartal dieses Jahres vorsehe. Mit welchem ​​Land das Lieferabkommen abgeschlossen wurde, wollte Christian Freuding nicht näher erläutern.

Generalmajor Christian Freuding im Bundeswehr-Uniform . Im Hintergrund ist eine Deutschland-Fahne zu erkennen und das Logo des Bundesministerium der Verteidigung.
Generalmajor Christian Freuding gab sich positiv überrascht über die Lernfähigkeit und die Geschwindigkeit der ukrainischen Soldaten "sich mit völlig neuen Waffensystemen anzufreunden".Bild: Nikita Jolkver/DW

Tschechien hat den Kauf von bis zu 800.000 Stück Artilleriemunition für die Ukraine durchgesetzt. Die Initiative begann schon Ende Februar. Seitdem schlossen sich 20 EU- und NATO-Staaten der Aktion an, unter anderem Deutschland, Frankreich, Dänemark, die Niederlande und Kanada.  

Nach Einschätzung von Freuding braucht die Ukraine derzeit am dringendsten "Artilleriemunition, Munition und Lenkflugkörper für die modernen Luftverteidigungssysteme und gepanzerte Gefechtsfahrzeuge".

Ausbildung ukrainischer Soldaten in Deutschland

Im DW-Interview sprach Freuding auch über die Ausbildung ukrainischer Soldaten in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurden 10.000 Militärangehörige der Streitkräfte der Ukraine auf deutschen Truppenübungsplätzen ausgebildet, in den ersten Monaten des Jahres 2024 weitere 3000 bis 4000 Mann. Im Jahr 2024 ist das deutsche Verteidigungsministerium bereit, noch mehr Soldaten aus der Ukraine eine solche Gelegenheit zu bieten.

"Im Vordergrund steht immer die Ausbildung an den Waffensystemen, die wir den ukrainischen Streitkräften zur Verfügung stellen, sowohl die taktische Ausbildung, die Bedienungsausbildung aber auch die Ausbildung der Techniker, um sie zu warten und instandzusetzen", so Freuding. Dabei sei man in Deutschland immer wieder überrascht über die Lernfähigkeit und die Geschwindigkeit der ukrainischen Soldaten "sich mit völlig neuen Waffensystemen anzufreunden".

Als sie im Frühjahr 2022 zum ersten Mal nach Deutschland für die Schulung an der Panzerhaubitze PzH 2000 kamen, wurden dafür mehrere Monate vorgesehen, doch die Ausbildung ging viel schneller, als ursprünglich erwartet.